Ihnen steht ein neues Projekt bevor? Herzlichen Glückwunsch, es wird sicherlich eine spannende Sache! Eine Grundsatzfrage, die sich ganz am Anfang stellt, ist selbstverständlich: Welche Methoden sollen im Rahmen des Projektmanagements eingesetzt werden – agile oder klassische? Auf den ersten Blick nicht leicht zu beantworten: Die „Stacey-Matrix“ kann Ihnen dabei aber eine gute Entscheidungshilfe leisten.

 

Was ist die Stacey-Matrix und wie ist diese aufgebaut?

Die Stacey-Matrix ist ein gängiges Instrument, das Sie dabei unterstützen kann, die bestmögliche Vorgehensweise für die Erreichung Ihrer Projektziele zu erkennen.

Entwickelt hat die Stacey-Matrix ein findiger Professor der Hertfordshire Business School; sie besteht aus zwei Achsen:

  • Die horizontale Achse („Wie“ wird eine Aufgabe gemeistert?) zeigt an, auf welche Art und Weise eine Aufgabe gemeistert werden kann, um das bestmögliche Resultat zu erzielen.
  • Die vertikale Achse hingegen steht für die Ziele und Anforderungen, die erfüllt werden müssen, um die Problemstellung zu lösen.

Weiter wird in der Stacey-Matrix differenziert, ob die zu erreichenden Ziele und der bestmögliche Lösungsweg (zur Realisierung der Ziele) klar oder unklar sind. Wie Sie sicher wissen, ist es vor einem Projekt nicht immer eindeutig erkennbar, mit welchen Lösungsansätzen die Projektziele bestmöglich erreicht werden können.

 

Welcher Logik obliegt die Stacey-Matrix?

In der Welt der Stacey-Matrix sind Projektmanagement-Entscheidungen entweder „einfach“, „kompliziert“, „komplex“ oder „chaotisch“:

  • Einfache Entscheidungen im Projektmanagement liegen vor, wenn bereits „klar“ ist, auf welchem Wege die Ziele und Anforderungen erreicht werden können. Und (!) die Ziele und Anforderungen selbst für sich, auch bereits klar formuliert werden können. Häufig ist dies vorzufinden, wenn ein Unternehmen bereits routiniert ist im Lösen einer spezifischen Aufgabe bzw. Problemstellung – wenn also in der Vergangenheit in früheren Projekten bereits Erfahrungswerte gesammelt werden konnten.
  • Eine komplizierte Entscheidungsfindung liegt vor, wenn noch stellenweise unklar ist, auf welchem Wege die Ziele und Anforderungen erreicht werden können und/oder die Ziele und Anforderungen selbst noch unklar sind. Für gewöhnlich wird in dieser Situation die Vorgehensweise „anschauen, analysieren und reagieren!“ empfohlen.
  • Es geht aber noch komplexer! In einer komplexen Entscheidungssituation ist der Weg zur Zielerreichung noch gänzlich unklar. Neben den Zielen und Anforderungen, die ebenfalls unklar sind. Vorzufinden in Unternehmen, wenn eine Aufgabe bzw. Problemstellung bis dato innerhalb der eigenen vier Wände noch nie bearbeitet wurde. In derart komplexen Entscheidungssituationen hat sich in der Praxis eine iterative Herangehensweise bewährt, die aus „anschauen, reagieren, wieder probieren, anschauen, reagieren!“ besteht.
  • Es geht noch etwas drastischer, in der „chaotischen“ Entscheidungssituation! Eine Projektsituation, in der die Ziele und Anforderungen sowie der Weg zur Zielerreichung völlig verschwommen, fast schon „nebulös“ erscheinen. Für gewöhnlich ist diese Situation in Unternehmen vorzufinden, wenn über zukünftige Entwicklungen gemutmaßt wird, z. B. Welches Standing das eigene Unternehmen in den nächsten Jahren am Markt haben wird oder welche neuartigen Anforderungen seitens der Kunden zukünftig auf einen zukommen werden.

 

Wenn eine solch derart chaotische Situation vorliegt, wie soll da am Besten gehandelt werden?

Empfohlen wird für gewöhnlich so lange aktiv zu sein, im Sinne von „agieren“ und „reagieren“, bis die Situation dem Projektteam klarer erscheint..und das Entscheidungsniveau zumindest auf ein komplexes oder womöglich sogar kompliziertes reduziertes werden konnte.

 

Literaturverzeichnis: