Das Scrum Framework bietet ein hohes Maß an Flexibilität und ist dabei relativ leicht in der Anwendung zu lernen. Dabei darf diese Tatsache jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Erwartungen seitens Auftraggeber und Auftragnehmer in einen gewissen Einklang gebracht werden müssen. Überzogene Erwartungen an das Framework beeinträchtigen das Arbeitsklima und den Projekterfolg mit Scrum. Deshalb ist besonders das Expectation Management zwischen Auftraggeber und -nehmer wichtig, damit beide eine gleiche, am besten faire Vorstellung davon haben, was das gemeinsame Projekt leisten kann und soll. Nur so lässt sich eine solide und respektvolle Basis errichten, um langfristig erfolgreich zusammen arbeiten zu können.

 

Wie kann einem unprofessionell gemanagten Scrum Prozess vorgebeugt werden?

Ein Prozess, der mit Scrum gemanagt wird, sollte sowohl auf Seiten des Auftraggebers als auch vom Auftragnehmer professionell durchgeführt werden. Sollte auf einer der beiden Seiten keine Erfahrung im Umgang mit Scrum vorhanden sein, gefährdet das den gesamten Prozess und stellt ein zusätzliches Risiko dar, dass das gesamte Projekt aus dem Ruder läuft. Um diesen Umstand zu vermeiden, bietet es sich an, die betreffenden Mitarbeiter bereits vor dem Projekt im Umgang mit Scrum zu schulen. Hierzu gibt es diverse Zertifizierungen, wie beispielsweise den Professional Scrum Master (PSM) oder Professional Scrum Produkt Owner (PSPO) von scrum.org, welche dann eine Basis schaffen, mit der auf beiden Seiten gearbeitet werden kann.

 

Wo liegt die Schwierigkeit beim Veränderungsmanagement?

Schnell führt ein unprofessionell gemanagter Changeprozess zu Unstimmigkeiten und teilweise gar zur Eskalation. Schon mit dem Wasserfallmethode konnte dies dazu führen, dass das ganze Projekt zusammenzubrechen drohte, weil das Budget gesprengt oder eine Deadline nicht gehalten werden konnte. Agilität in der Methode fördert zugleich den Change innerhalb eines Projektes, jedoch ist es nicht beabsichtigt, dass der Changeprozess mit Scrum eskaliert. Weil es in einem agilen Prozess mit Scrum mehr Change gibt als bei Waterfall, ist auch der Changeprozess schwieriger zu managen und setzt daher Erfahrung in der Arbeit im prozessualen Grenzbereich voraus. Damit der Change mit Scrum erfolgreich methodisch umgesetzt werden kann, müssen sich Auftraggeber und Auftragnehmer wissenstechnisch auf Augenhöhe begegnen. Ein unprofessionell gemanagter Changeprozess verursacht sonst auch trotz der Struktur in Sprints bei Scrum nicht unerhebliche Mehrkosten, die nicht hätten sein müssen.

 

Die volle Agilität zum Festpreis?

Bei der Projektierung gibt es meistens zwei besonders kritische Themen, nämlich Timing und Budget. Dabei ist der deutsche Unternehmer noch zu sehr gewohnt nach Wasserfall zu arbeiten. So wird der Dienstleister oft mit der auftraggeberfreundlichen Vorstellung konfrontiert, dass die vollen Vorteile der Agilität, wie beispielsweise die Flexibilität genutzt werden können, aber dennoch wie beim Waterfall-Modell ein festes Budget vereinbart wird. Und am besten wird dieses dann noch mit einer Vertragsstrafe versehen, wenn es zu Verzug kommen sollte. Unstimmigkeiten und Streit sind an diesem Punkt vorprogrammiert, vor allem, wenn der Changeprozess nicht richtig kommuniziert beziehungsweise dokumentiert wird. Fakt ist, dass die Agilität ihren Preis hat und dann zum Wettbewerbsvorteil wird, wenn die Seite des Auftraggebers auch mit Scrum umgehen kann, denn dann wissen alle Seiten worauf sie sich einlassen, sodass die Arbeitsstruktur in Sprints zu kostengünstigen Anpassungen genutzt werden können, die bei Waterfall gar nicht oder nur mit starker Verzögerung und meist hohen Kosten in den Change integriert werden können. Unterm Strich lassen sich bei professioneller Handhabung sowohl beim Timing als auch beim Budget Vorteile mit Scrum gegenüber Waterfall erreichen.

 

Outsourcing ist mehr als nur eine Preisfrage

Outsourcing ist in Bezug auf agile Softwareprojekte eine zusätzliche Herausforderung. Es erhöht zusätzlich die Komplexität in der Durchführung solcher Projekte durch interkulturelle Unterschiede und Verständigungsprobleme, was dann zu folgenden Problemen führen kann: Mangel in der Qualität, falscher Ressourceneinsatz, nicht gehaltene Sprintgoals, Budget- und Timingrisiko. An dieser Stelle ist Erfahrung im Umfang dieser Problemstellung nötig, die das Team von Remote Native bietet und mit speziellen Methoden diese Risiken minimiert. Verständigungsprobleme können das Projekt gefährden, lassen sich aber wie beschrieben bereits im Vorfeld minimieren, weshalb ein erfahrener Partner sehr hilfreich sein kann.

 

Welche Möglichkeiten bietet ein aktives Risikomanagement?

Zahlreiche Themen können dazu beitragen, dass das Projekt sich verzögert. So können Unzufriedenheit im Team oder Verständigungsprobleme zu Zeitverlust führen, der zu einer Eskalation der Situation beitragen kann. Auf Auftraggeber- und -nehmerseite ist dies ein Faktor, der sogar bis zum Verlust des Auftrags oder zum Reißen der Deadline vom Projektlaunch führen kann. Umsatzeinbußen beiderseits können dann auch nicht selten in einer rechtlichen Auseinandersetzung enden. All diese Unannehmlichkeiten lassen sich jedoch bereits im Vorfeld durch ein aktives Risikomanagement erheblich minimieren, weshalb das Risikomanagement als ein wichtiger Baustein zu einer seriösen Projektplanung dazugehört.

 

Fazit: wie es richtig geht

Prozesse mit Scrum können aus unterschiedlichen Gründen falsch gemanagt werden, wie zu sehen war. Dann besteht jedoch schnell die Gefahr der Eskalation des gesamten Projektes. Beiderseitiges Verständnis von Scrum und ein gutes Risikomanagement können die Probleme minimieren. Ein verlässlicher Partner vor Ort hilft zumeist auch weiter, wenn der Prozess und der Change richtig kommuniziert werden. Bei der Projektplanung stehen Agilität und Festpreis vom Ansatz her konträr gegenüber. Dieser Widerspruch setzt ein Umdenken seitens des Auftraggebers voraus. Der gesamte Preis der Agilität muss akzeptiert werden, denn dann kann der Auftraggeber auch erwarten, dass Auftragnehmer ihm ein professionelles Projektmanagement mit verbindlichen Aussagen, voller Transparenz und verantwortungsvollen Umgang mit agilen Budgets bieten.