Die Umsätze im E-Commerce wachsen und wachsen. Ein Ende des Wachstums scheint nicht in Sicht zu sein.Ebenfalls gestiegen ist die Verwendung von Mobilgeräten (Smartphone, Tablet) im E-Commerce, während die Nutzung von Desktop-PCs zurückgeht.

Laut Internet World Business kauft jeder vierte Webshopper in Deutschland bereits regelmäßig mobil ein. Worldpay, ein weltweit tätiger Zahlungsabwickler, beschreibt im Januar 2019 die Entwicklung wie folgt:Mit einer jährlichen Wachstumsrate von 16 Prozent wird Mobile Commerce bis 2022 einen Wert von 44,3 Milliarden Euro haben. Deutschland wird in den nächsten vier Jahren der sechstgrößte Mobile-Commerce-Markt der Welt sein.

 

B2C – B2B

Im B2CE-Commerce spielt das Smartphone inzwischen sowohl bei der Kaufvorbereitung als auch beim eigentlichen Kaufprozess eine wesentliche Rolle. Bei den B2B- Kunden ist die Situation noch differenziert einzuschätzen. Die Forscher des ECC Handel am Institut für Handelsforschung der Uni Köln (ECC) haben 2018 bei den Arbeiten zu einem E-Commerce-Konjunkturindex die Einschätzung gewonnen, dass die Mehrheit der B2B-Kunden auch heute schon das Smartphone zur Kaufvorbereitung nutzt. Aber: Für Kaufabschlüsse ist aktuell der Desktop-PC das meist genutzte Gerät – noch. Doch auch hier werden Tablet oder Smartphone nach Einschätzung der Befragten zukünftig immer mehr in den Vordergrund rücken. 80 bzw. 77 Prozent gehen von einer (stark) zunehmenden Relevanz dieser beiden Endgeräte für Kaufabschlüsse im B2B E-Commerce aus. Die Relevanz des Desktop-PC hingegen, wird zukünftig deutlich abnehmen. Die Boston Consulting Group (BCG) sieht ebenfalls diese Tendenz. Das Smartphone wird demnach auf kurz oder lang auch im B2B-Einkauf eine führende Rolle einnehmen. Im Ergebnis kommt es deshalb eher zu einem Smartphone-First-Mobile-Commerce.

 

Änderungen in der Käuferstruktur – Kundenerwartungen

Im B2B-Bereich ist die Zunahme des Mobile Commerce wesentlich verbunden mit einem Generationenwechsel in den Unternehmen. Auch in der Beschaffung erobern die Millenials den Arbeitsmarkt. Sie sind mit digitalen Technologien groß geworden. Sie orientieren sich an den Erfahrungen, die sie im B2C-Handel als Verbraucher gewonnen haben. Als Beispiel mag das Konzept der 1-Click-Bestellungen von amazon dienen. Hieran werden auch Angebote im B2B Mobile-Commerce gemessen.

Mobile Marketing veröffentlichte im Januar 2016 Umfrageergebnisse unter dem Titel

“CONVENIENCE IS KEY DRIVER IN MCOMMERCE”.“…19 Prozent der Befragten geben an, dass sie wahrscheinlich nicht auf Websites einkaufen, die auf einem mobilen Gerät nicht benutzerfreundlich sind. Sicherheit war auch ein allgemeines Anliegen. Rund 20 Prozent der Verbraucher äußerten den Wunsch nach sichereren Zahlungsmöglichkeiten.…… Der Schlüssel zum anhaltenden Appetit auf Mobile Commerce ist die Benutzererfahrung. Marken müssen schnelle und sichere Zahlungsplattformen und ein personalisiertes Kundenbeziehungsmanagement perfektionieren, um von der steigenden Anzahl von Käufern zu profitieren, die das Mobiltelefon nutzen. Einzelhändler und Dienstleister müssen auch prüfen, wie das In-Store-Erlebnis auf dem Handy gespiegelt werden kann. Bequemlichkeit, Zuverlässigkeit und exzellenten Kundenservice während der gesamten Transaktion gewährleisten.

Diese Kundenerwartungen sind nach wie vor aktuell und gelten insbesondere auch für den B2B Mobile-Commerce und seine etwas komplexeren Anforderungen. Die Fortschritte in der Softwareentwicklung haben hier hervorragende Lösungen gebracht.

 

Progressive Web Apps (PWA)

Für Unternehmen, die ihre Wettbewerbschancen im B2B Mobile-Commerce neu aufbauen, erhalten bzw. optimieren wollen, ist die Nutzung von Progressive Web Apps (PWA) das Mittel der Wahl, weil diese sowohl den Aufwand des Unternehmens verringern als auch die Convenience-Erwartungen der Käufer besser bedienen.

In Wikipedia wird die PWA als Symbiose aus einer responsiven Webseite und einer App beschrieben. „…Bisher bestand das Problem für Webseitenbetreiber darin, dass sowohl eine responsive oder mobile Webseite als auch zusätzlich eine native App entwickelt werden musste, wollte man sich am Markt behaupten. Eine PWA soll die doppelte Entwicklung überflüssig machen, da sie wie eine Webseite mittels URL aufgerufen werden kann und gleichzeitig Offline-Funktionalitäten bereitstellt.

Von den Charakteristika der PWA ist vor allem für Unternehmen mit strengen Restriktionen, was die Device-Verwaltung angeht, interessant, dass sie nicht im klassischen Sinne auf dem Handy oder dem Tablet „installiert“ werden müssen. Diese Applikationen haben ein Icon, lassen sich bequem am Startbildschirm anpinnen und verfügen über einen Start-Screen

Darüber hinaus sind PWA in keiner Weise auf irgendein Gerät oder einen Browser festgelegt: Android, iOS, Windows, Linux, macOS, Chrome OS, Chrome, Firefox, Safari und Edge, völlig egal, eine PWA kommt damit klar. Sie kann auch auf beliebigen  Geräten wie Laptops und Desktop-PC mühelos genutzt werden. Dies ist wichtig, weil User selten nur einen Typ Endgerät nutzen, sondern neben dem Smartphone oder Tablet auch Laptop und Desktop-PC. Die PWA ermöglicht, dass die User-Experience über die Endgerätetypen hinweg ohne große Brüche möglich ist.

Einzelne technische Schlüsselfunktionen, werden bisher noch ungleichmäßig durch die verschiedenen Browser abgedeckt, da es sich um eine noch relative neue Technologie handelt.

Dazu gehört einmal das Web App Manifest, welches Informationen über die jeweilige Anwendung, wie z.B. Name, Autor, Icon für den Homescreen und Beschreibung liefert. Außerdem die so genannten Service Worker, die mittels JavaScript einen Proxy zwischen dem Webbrowser und dem Server bereitstellen, der vielfältig genutzt werden kann. Der bekannteste Einsatzzweck ist es, bestimmte Seiten auch offline verfügbar zu machen.

Die noch unregelmäßige Abdeckung wird mit der Weiterentwicklung der Technologie und steigenden Verbreitung und Bekanntheit mit Sicherheit steigen.

Bereits heute gibt es entscheidende technische Vorteile, die eine PWA zum Favoriten für sowohl den Smartphone-Commerce als auch jeden anderen Kanal machen: Die Seitenladegeschwindigkeit ist rasant, wie auch insgesamt die Nutzung sehr flott vonstattengeht, PWAs bekommen ein besseres Google-Ranking als normale Webseiten, sie sind in Summe deutlich benutzerfreundlicher und auch die konkreten Nutzerzahlen sprechen für sich. So verzeichnen Google-Statistiken mehr aktive Nutzer, mehr Seitenaufrufe, mehr besuchte Seiten pro Sitzungen, eine längere Verweildauer, eine höhere Interaktionsrate und – last but not least – eine deutlich bessere Konversionsrate.

Ein weiteres gewichtiges Argument für den B2B-Einsatz ist die Offline-Funktionalität. Wer als Firmenvertreter in Gegenden mit schwacher Netzabdeckung unterwegs ist, wird dieses Feature sofort zu schätzen wissen. Darüber hinaus ermöglicht die Technologie Komfortmerkmale wie etwa Push-Benachrichtigungen.

 

Fazit

Unternehmen, die am Wachstum des B2B Mobile-Commerce teilnehmen und die dort liegenden Chancen auf Kundengewinnung, Kundenbindung und Umsatzsteigerungen für sich nutzen wollen, kommen um die Nutzung von PWA nicht herum. Wer sich darüber noch keine Gedanken gemacht hat, sollte dies schnellstmöglich nachholen. Die Vorteile sprechen eine eindeutige Sprache, und das nicht nur im B2C-, sondern auch im B2B-Bereich,