Die Geschwindigkeit, in der sich das Marktumfeld in nahezu jedem Wirtschaftszweig verändert, hat ungebrochen zugenommen. Als treibende Faktoren dieser Entwicklung haben sich technischer Fortschritt und Digitalisierung herauskristallisiert. Viele Tätigkeiten, die vor wenigen Jahren noch ohne IT auskamen, arbeiten mittlerweile auch mit IT-gestützten Systemen. In dieser Phase gilt es für viele kleine und mittelständische Unternehmen den Change nicht zu verpassen, um wirtschaftlich gegenüber der Konkurrenz nicht ins Hintertreffen zu geraten. In diesem ambivalenten und dynamischen Umfeld hat sich Scrum bereits vielerorts als Lösung für unterschiedlichste Anforderungen etabliert. Sowohl Organisationen, Schulen und Verwaltung als auch Kunden aus der freien Wirtschaft vertrauen auf das Knowhow und die Verlässlichkeit rund um die Lösung Scrum, obwohl diese ursprünglich gar nicht für diese Bereiche geplant war. Die Lebenszyklen von Produkten in der Softwarebranche wird zusehends kürzer, wobei der Wettbewerbsdruck stets zunimmt, denn die Zeiten bis zur Marktreife werden immer kürzer. Allmählich ist ein kritischer Punkt erreicht, an dem das starke und flexible Framework von Scrum ein Schritt in eine erfolgreiche und den Anforderungen an die IT angepasste Zukunft sein kann. Bei vielen Projekten kommt nach wie vor die sogenannte Wasserfall-Methode (Waterfall) zum Einsatz. Gerade in wechselhaften Zeiten, wie sie aktuell vorherrschen, birgt diese Methode einige schwerwiegende Nachteile, die sich durch lange Entwicklungszeiten und hohe Kosten negativ auf die Projektabwicklung auswirken können. Hier ist Scrum zu einer leistungsstarken Alternative geworden, weil es heute sehr wichtig ist schnell und flexibel zu sein.

Entstehung Scrum

Bereits seit den 1990er Jahren existiert Scrum, somit wurden alle Veränderungen im Umfeld der IT in der jüngeren Vergangenheit gemeistert und verschiedenste Lösungen in Zusammenarbeit mit den Kunden kreiert. Die Idee hinter Scrum ist eher simpel, so sollten verschiedene Systeme auf einfacher Basis miteinander vernetzt werden können. Ursprünglich sollten Produkte auf diese Weise entwickelt und gemanagt werden können. Der Anspruch der Kunden zeigte jedoch schnell, dass zusätzliche Funktionen der Tools aus der Scrum-Familie gewünscht wurden. Mittlerweile wird Scrum dazu genutzt, fast alles zu entwickeln, was im Alltag genutzt werden kann. Software, Hardware, smarte Netzwerke und autonome KFZ sind nur einige Möglichkeiten und Beispiele für die vielfältigen Anwendungsgebiete von Scrum. Wie beschrieben wurde Scrum als interaktives Rahmenwerk für das Produktmanagement entwickelt, jedoch schnell zeigten sich die Potentiale für die Softwareentwicklung. Scrum liefert schnelle und brauchbare Resultate für die Praxis. Interdisziplinäre Entwicklerteams entwickeln in sogenannten Sprints (kurzen Zeiträumen) funktionierende Softwarelösungen nach den Bedürfnissen der Kunden. Für einen effektiven Workflow sorgt ein engmaschiges Zusammenspiel aus Teamgeist und Kundenfeedback, um die Erfahrungen direkt in den Arbeitsprozess einfließen lassen zu können. Scrum wird heute in der Administration von Softwaresystemen, Sales, Marketing und auch in der Softwareentwicklung erfolgreich eingesetzt.

Basics zum Scrum Framework

Der Rahmen zur Scrum-Methode konzentriert sich im Wesentlichen auf drei Rollen, um das jeweilige Projekt erfolgreich managen zu können. Der Scrum Master ist sozusagen der Coach der ganzen Mannschaft. Er sorgt für eine ruhige Atmosphäre und hält seinem Team den Rücken frei. Das Team kann auf diese Weise sich darauf fokussieren, die vereinbarten Ziele im jeweiligen Sprint zu erreichen. Der Product Owner ist die nächste Rolle im Entwicklungsteam. Diese Rolle vertritt die Interessen des Kunden und sorgt dafür, dass das Team den richtigen Fokus behält. Er führt eine interne Liste mit Dingen, die dem Produkt noch hinzugefügt werden müssen – dies wird Product Backlog genannt. Der Produkt Owner setzt dem Team gewisse Prioritäten, um das Ergebnis für den Kunden qualitativ hochwertig und wirtschaftlich effizient zu erreichen. Während des Projektes oder des Sprints übernimmt der Product Owner auch die direkte Kommunikation mit den Kunden. Die dritte Rolle des Scrum Framework bildet ein Developmentteam. Das Interessante ist die Zusammensetzung des Teams, welches multidisziplinär aufgestellt ist. Zwischen 5 und 9 Köpfe steuern und verantworten den gesamten Entwicklungsprozess während eines Sprints. Planung, Tasks und der Rollout werden also eigenständig durchgeführt. Jeder Sprint wird mit einer Evaluation der Arbeitsleistung des Teams abgeschlossen, wodurch sich jeder einzelne in seiner Rolle verbessern kann. Prozesse werden so stetig verbessert und eine hohe Qualität der Arbeitsleistung gewährleistet.

Vorteile von Scrum

Das Erlernte aus Scrum Techniken kann direkt im eigenen Unternehmen implementiert werden, wobei der eigene Lernfaktor erheblich gesteigert wird. Aufgrund kürzerer Perioden bis zur Umsetzung lässt sich auch ein größerer wirtschaftlicher Nutzen generieren. Der Kunde erhält alle 14-täglich ein Update seiner Softwarelösung, welches zuvor getestet und geprüft wurde. Weniger Ausfallzeit aufgrund von Softwareproblemen ist die Folge. Individuelle Wünsche können jederzeit in den Arbeitsprozess mit aufgenommen werden, während die Prioritäten je nach Bedarf angepasst werden können. Interdisziplinäre Teams liefern ein schnelles Resultat und steuern ihre Projekte selbst von der Pike an und treffen verantwortungsbewusst eigene Entscheidungen. Die wichtigsten Features werden den Kunden schnell zur Verfügung gestellt.

Anforderungsprofile von herkömmlichen Planungsmethoden, wie beispielsweise die Waterfall-Methode, sprengen schnell das Budget oder sorgen für eine Verspätung beim Release-Datum. Gerade bei Softwarelösungen sind das absolute Tabus. Der Druck innerhalb der Branche ist enorm und gründet sich hauptsächlich auf die Faktoren Zeit und Geld. Mangelnde Flexibilität innerhalb der Arbeitsprozesse und keine Möglichkeit der Projektanpassung „on demand“ sind die Hauptursachen. Scrum hat sich als bekannteste der agilen Methoden der Projektabwicklung und –Steuerung seit Jahren am Markt etabliert und einen guten Namen gemacht. Jeder Sprint stellt für den Kunden nur ein Risiko von zwei bis vier Wochen dar. Zudem wird durch die Evaluierung eine transparente Struktur für Kunden und Team geschaffen. Gerade der enge Kontakt zum Kunden und die Leistungsorientierung im Team zeichnen ein starkes und flexibles Framework aus, das den Anforderungen der Zeit gerecht wird und branchenübergreifend Anerkennung erworben hat.

Fazit

Seit seiner Implementierung in den 1990er Jahren hat sich Scrum zu einem der bedeutendsten agilen Framework-Systeme entwickelt. Besonders in Zeiten, in denen digitale Kompetenz und Time-to-markets wettbewerbskritisch sind und immer immer mehr Touchpoints und neue Technologien gemeistert werden müssen bietet das Scrum Framework das entscheidene Maß an Flexibilität und Geschwindigkeit. Lösungen werden schnell und effektiv erarbeitet, wobei die interne Aufteilung des Scrum Teams zu einer ruhigen Arbeitsatmosphäre beiträgt. Dennoch sind die Arbeitsabläufe auch für den Kunden stets transparent. Die Arbeitsaufteilung in Sprints minimiert das Risiko, dass das Projekt fehlschlägt und stellt einen Lerneffekt für das Entwicklerteam sicher. Kunden wissen so genau, wo das Projekt steht und wie es qualitativ umgesetzt wird. Auch Anpassungen lassen sich fast in Echtzeit am Projekt vornehmen, ohne wesentliche Mehrkosten zu produzieren.

Scrum ist zwar leicht zu lernen, dennoch muss es professionell ausgeführt werden, damit alle Vorteile voll zum Tragen kommen. Aus genau diesem Grund ist es wichtig jemand mit Erfahrung zu involvieren. Andernfalls besteht die Gefahr, dass das Ganze aus dem Ruder läuft und dann wären alle Vorteile nur Makulatur.